Restauration
Bei der Restauration von Westwallanlagen scheiden sich oft die Geister. Unter Restauration versteht man eigentlich, den momentanigem Zustand zu erhalten und zu konservieren. Das ist auch im Sinne des Denkmalschutzes. Aber was sieht man oft in den Anlagen. Da werden ganze Anlagen komplett gesandstrahlt. Damit alle alten Farben und eventuell auch Innschriften beseitigt. Die Anlagen werden dann komplett neu gestrichen, sowohl die Decken als auch die Wände. Zum Schluss steht dann ein Bunker wie neu da. Das hat in meinen Augen nicht mehr viel mit dem originalem/geschichtlichem zu tun.
Man muss zugeben. Es ist immer alles ein Kompromiss. Jede Anlage ist unterschiedlich und in einem anderem Zustand. Aber selbst eine Anlage, die nur noch aus Rost besteht, kann man teilweise konservieren und eventuell teilweise neu streichen. Der belassene, nicht neu gestrichene Teil, zeugt dann von der Geschichte die der Bunker durchwandert hat: Von dem Bau, während der Zeit des Krieges, der Zeit danach bis heute. Diese Geschichte sollte man respektieren. Oft sind damit auch Schicksale verbunden.
Im folgendem möchte ich einige Behandlungsmethoden eingehen, mit den wir und andere bei der Restauration von Bunkeranlagen Erfahrungen gemacht haben.

1.)Behandlung mit OWATROL
Bei OWATROL handelt es sich um ein sehr flüssiges Kriechöl. Es dringt tief in vorhandenen Rost ein. Feuchtigkeit kann somit nicht mehr eindringen. Das Öl wird dann fest. Vor der Behandlung mit OWATROL muß der grobe lose Rost mit der Drahtbürste entfernt werden. Diese so vor gereinigte Flächen überstreicht man dann am besten mit OWATROL. Der Vorteil ist, dass OWATROL farblos ist. Noch vorhandene Farbe wir damit auch konserviert und man kann sie noch erkennen. Dies kommt dem Gedanken der Restauration und des Denkmalschutzes am nächsten.

2.) Sandstrahlen und neu grundieren
Dies ist ein sehr aufwendiges Verfahren, weil man ein Sandstrahgerät benötigt und Sandstrahlmittel.In der enge des Bunkers ist es auch nicht angenehm sandzustrahlen. Das Verfahren hat den Vorteil, dass man den Rost komplett beseitigt aber auch alles andere an original Farben und eventuellen Inschriften und Gravuren. Die so behandelten Flächen müssen dann neu grundiert werden. Aus der Sicht der Restauration und des Denkmalschutzes ist dies kein gutes Verfahren. Man bringt sozusagen die Anlage damit in den Neu-Zustand.

3.) Rostumwandler
Rostumwandler wandeln den Rost chemisch um. Meisten gibt es dabei eine Verfärbung der Oberfläche, sodass man die Flächen später auch wieder neu grundieren muss. Vor der Behandlung mit Rostumwandlern muss man den den losen groben Rost auch mit der Drahtbürste entfernen. Rostumwandler haben sich auf großen Metalloberflächen bei uns nicht gut bewährt. Dieses Verfahren hat auch den Nachteil, dass man neu grundieren muss und somit nicht mehr viel von der Originalfarbe sieht. Noch vorhandenen original Farbe wird manchmal von den Rostumwandlern auch angegriffen.

Fazit
Wir empfehlen aus unseren Erfahrungen heraus eine Behandlung mit OWATROL. Noch vorhandenen Farben auf Metallen werden somit konserviert und der Rost wird daran gehindert sich weiter durch das Metall zu fressen. Man kann somit Festungsanlagen und Ihre Inneneinrichtungen in ihrem Ist-Zustand erhalten.